Also das habe ich bisher am deutlichsten gelernt: beim Filmemachen gehen die Emotionen hoch und runter, wie ich es sonst aus keiner Branche kenne. Gerade eben ist das Klima noch völlig im Arsch, der Stressfaktor enorm und die Lage angespannt - dann platzt plötzlich der Knoten und der nächste Drehtag läuft sehr entspannt und professionell.
Kleiner Abriss des Wochenendes:
Alle Szenen spielten Nachts im Inneren eines Wagens.
Am Samstag war Dreh der Szene 15 angesetzt. Es verzögerte sich, weil sich die Halle nicht so schnell abdunkeln liess wie geplant. Nach dem Dreh stellten wir fest, dass das Material noch nicht optimal war - sowohl spielerisch als auch lichttechnisch.
Am Sonntag präparierten wir daraufhin das Auto neu - an der Decke wurde Silberfolie befestigt und zusätzlich zu den zwei Scheinwerfern haben wir zwei weitere Leuchtstoffröhren ins Auto gepackt. Das neue Material (Szene 20 und Szene 21) war deutlich besser. Dafür wurde es immer kälter, stressiger und die Zeit lief davon - bis wir uns schliesslich im Blog belegten.
Der dritte Drehtag verlief schliesslich super. Nachdem wir uns am morgen alle aussprachen, war die Arbeit richtig fruchtbar und die Stimmung wieder in Ordnung. Wir drehten die Szene vom Samstag neu ein, diesmal mit gutem Licht und besserem Spiel.
Ich bin erleichtert, dass sich das mehr oder weniger über den Daumen gepeilte Drehpensum eines Wochenendes offenbar halten lässt.
Beim Militär gibt es übrigens einen Grundsatz: Dienstbeschwerden werden frühestens nach 24h zugelassen. Dann waren die Emotionen eh wieder auf Normalpegel.
Von Freitag abend bis Sonntag abend findet die nächste grössere Dreh-Etappe statt! Diesmal gibt’s von Anfang an heissen Kaffee und ein Raum zum Aufwärmen ;)