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VEB FILM Leipzig
Nachdreh #3: Spritze ins Auge PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Stefan Kluge   
Tuesday, 6. November 2007
Wir sollten Tom, unseren dauernörgelnden Wessi, mal danken: dafür, dass er sich den Schuh anzieht und immer wieder, wenn eigentlich schon alle zufrieden sind, doch nochmal was am Film zu meckern hat. Womit er sich zwar kurzfristig nicht besonders beliebt macht. Was uns aber sichtbar weiter bringt. Sein neuester Vorschlag gilt der Einnahme der Droge im Film. Die findet momentan oral statt, indem der Protagonist im Laufe des Films mehrmals nach einem Becherchen greift, in dem die Flüssigkeit drin ist. Das war uns im Grunde schon immer zu schwach - Tom hat nun endlich drauf bestanden, dass das geändert wird. Denn es bedeutet, dass Stefan die Einnahme im Prinzip jederzeit kontrollieren kann, da das "er kann nicht anders"-Gefühl leider nicht rüberkommt. Auch optisch wirkt es nicht sonderlich dramatisch - die Plastikbecher sehen fast schon nach Hustensaft aus.

In Hollywood würde man nun statt dessen eine riesige Spritze jeweils in den Augapfel rammen, oder wenigstens ins Rückenmark. Tom, Gerald, Matze und ich haben das nun besprochen und wir wollen statt der Becher-Einnahme nun eine Art Spritzenbatterie-Installation nachträglich in das Labor aus Szene 2 einbauen. Die Einzelschritte der 5 Einnahmen sollen deutlich sichtbar werden, so dass wir über den Film hinweg auch im Labor-Plot eine Art Countdown verdeutlichen: "Es bewegt sich alles auf die letzte Einnahme zu."

Das muss natürlich nachgedreht werden. Da meine Frau Anästhesistin ist, kann sie uns folgendes besorgen: Katheter, Schläuche, Spritzen, Infusionsbeutel, eine rosafarbene Plazebo-Flüssigkeit zum Spritzen und einen programmierbaren Perfusor (wie auf dem Bild). Dort wird die Spritze eingespannt, die dann per Motor in einen Schlauch entleert wird. Die rosa Flüssigkeit wird dann entlang des Schlauches zum Katheter fliessen. Den muss ich mir beim Dreh dann mit einer Hand selbst setzen, was mich jetzt schon ankotzt.
Ich würde gerne ausserdem noch die Zentrifuge verwenden, eventuell für die Destillierung, so dass Stefan die Droge dort einfüllt, nachdem er sie aus dem Kühlschrank genommen hat. Da werden wir noch umbauen müssen. Vom Perfusor bräuchten wir eigentlich 5 Stück, d.h. die musst Du dann im Compositing klonen, Matze. Ich werde übernächste Woche noch ein kleines Storyboard malen und dann telefonieren wir nochmal.

Für den Dreh würde ich folgendes vorschlagen:
  • Zeit: irgendwann im Zeitraum 24.11. bis 28.11.; wenn wir am Samstag den 24.11. anfangen, dann können wir noch Teile kaufen und am Sonntag weitermachen, falls wir Samstag nicht fertig werden
  • Ort: bei Matze oder Gerald
  • Beteiligte: Gerald, Matze und ich
Die HD-Cam ist bei Matze, Equipment in der Garage und den Rest bringe ich mit.
 
Kommentare

hat euch schonmal jemand gesagt, dass ihr nicht ganz dicht seit?
wer organisiert die übung diesmal?
ich bin da wohl grad auf scuba dive instructor course.
kann leider ned...
aber ihr packt das schon.
haut dem kluge irgend nen starkes mittel in die blutbahn, damit er die zeit, bis ich wieder in dtl bin, übersteht.
den rest der org übernehm ich dann wieder.
will ja nicht, dass unser vordenker vor die hunde geht und ich dann einfach in ruhe tauchen gehen könnte.
wär ja viel zu langweilig...

take care, guys.
/rob

Veröffentlicht von Robert Lange, am 11/06/2007 um 12:48

Das werden bestimmt super Outtakes! ;)))

Veröffentlicht von Philipp Paul Klose, am 11/06/2007 um 16:51

Du meinst wie ich den Katheter in mich reinpople? Und im Film ist der Arm dann schon junkiemäßig zerstochen :(

Veröffentlicht von Stefan Kluge, am 11/06/2007 um 17:11

Auf jeden Fall extremer Einsatz! Respekt!

Veröffentlicht von Philipp Paul Klose, am 11/06/2007 um 19:50

NEIN, NEIN, NEIN!!!
Das ist scheiße. Wenn ihr jetzt eine neue Szene dreht, dann geht (bestimmt) meine komplette Musik für die Szene flöten...
Die 'Becherchen' sind bei mir 'auskomponiert' - zeitlich stimmt da alles in der ersten Szene!!!

Scheiße - das war dann wohl Arbeit umsonst?!

Veröffentlicht von Peter Motzkus, am 11/07/2007 um 10:27

Moin Peter, ich will versuchen das Timing beizubehalten, so dass mehr oder weniger nur die Becher-Shots ersetzt werden, aber eine handvoll Schnitte werden sich aendern, sorry.

Aber solange kein Final Cut vorliegt, wird das hier und da noch passieren, das ist normal, Tom kann davon schon seit einem halben Jahr ein Lied singen. Wenn Du absolute Schnittsicherheit brauchst, dann warte besser bis zum Final Cut! Grob geschaetzt ist das Ende des Jahres der Fall, vielleicht zwei Wochen nach dem Nachdreh.

/Stefan

Veröffentlicht von Stefan Kluge, am 11/07/2007 um 11:17

mhmmm - peter - jetzt siehst Du wie es mir immer dann geht wenn ich mal gut drauf bin und an der Droge (Compositing) was machen will. Theoretisch kann ich sogar bestimmen welcher Teil sich demnächst ändert, ich brauch nur etwas dran zu machen dann fällt dem produzenten ein das er genau das wieder ändert und im timing rumfuscht. Aber so is das. Manchmal gewinnt man, aber meistens verliert man. @Rob das mit den starken Mitteln hilft mittlerweile nicht mehr. @Stefan mußt Du Dir das Ding selber stechen oder reicht es wenn wir es in zwei drei Schnitte auflösen (1 - nahe: du hälst du spritze/kanüle vor dein auge 2- nahe: armbeuge du führst die kanüle an die ader 3 - dein gesicht untersichtig (schmerzverzerrt/abwesend/bedröhnt/komisch) wie nur Du es kannst -4 die kanüle und ein blutstropfen ) wir könnten sicher wieder professionelle hilfe von Trine bekommen die dir die spritze in der krankenzimmer szene gesetzt hat... das eruiere ich mal.
Der Vorteil liegt auf der Hand, a sieht es nicht komisch aus wenn Du versuchst dein größtes Organ zu durchstechen b du verlierst weniger blut.
Wir müssen eh aufpassen das wir nie zu viel von meinem Wohnzimmer zeigen da der geneigte Zuschauer definitiv feinste Nuancen in der Lichtsituation/im Setting wahrnimmt - ich hoffe Gerald hat die Scheinwerferpositionen noch im kopf - das is superwichtig für den Hirnschiß der euch da wieder eingefallen ist.

grüße
m

Veröffentlicht von Mathias Eimann, am 11/07/2007 um 18:19

@Matze: wenn wir das vom Licht her hinbekommen, würde ich das gerne so zeigen, dass man mindestens Finger und Spritze gleichzeitig sieht, weil es stärker wirkt. Wenn das dann etwas ungeschickt wirkt, ist das gerade gut. Katha ist der Meinung, dass ich das hinkriege. Ich werde das am Wochenende mal testen und sag dann bescheid, ob wir Trine brauchen.

Veröffentlicht von Stefan Kluge, am 11/07/2007 um 20:49

@stefan: bin ich wie immer anderer Meinung - auflösen erscheint mir besser, auflösen müssen wir sowieso, aber gut - s'ist Dein Arm - wirken wird das Ding durch den ordentlichen Sound! Gebt Gas Jungs, auch wenn ihr gerade noch die Handbremse angezogen bekommen habt *g*

Veröffentlicht von matze, am 11/09/2007 um 16:55

Würde es nicht reichen, wenn man nur zeigt, wie Stefan die Nadel ansetzt, und danach sein schmerzverzerrtes Gesicht zeigt? Fände ich viel besser, weil so wird dem Gehrin noch ein wenig Vorstellungsarbeit gelassen. Stelle ich mir auch besser im Film-Flow vor: alle anderen Handlungen werden ja auch nur angedeutet.

Vg
Phlpp

Veröffentlicht von Philipp Paul Klose, am 11/10/2007 um 01:47

So, it's done. Meine Küche war kurzzeitig ein nettes Schlachtfeld, aber es hat sich gelohnt. Und vielen Dank nochmal an Stefan für das scheißschwere Gerät von dem immer noch keiner weiß was es eigentlich ist, was gar nicht gebraucht wurde und das mir fast meinen Rücken beim hoch- und runterschleppen zerschossen hat.

Veröffentlicht von Looza, am 11/25/2007 um 17:10

Ach, und Stefan : Das wir heute Nacht doch nicht mehr die Energie hatten um den Arthouse-Film mit den zwei Frauen und ihren Fahrrädern zu drehen ärgert mich im Nachhinein doch ganz schön. :)

Veröffentlicht von Looza, am 11/25/2007 um 17:12

ja wenn der kamerakoffer nicht unter zwei fahrraedern, und fuenf zentnern medizinischen metallschrott begraben gewesen waere...

PS: denk an das footage von deiner dj-session!

Veröffentlicht von Stefan Kluge, am 11/25/2007 um 20:16

Die Email ist schon raus, nur noch keine Antwort.

Veröffentlicht von Looza, am 11/26/2007 um 09:23

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