
Comments Aus redaktioneller Perspektive wuerde ich mal folgendes vermuten: entweder fährt die Zielgruppe auf Retro-Zeug ab und/oder die Redakteure. Wenn das bei den Redakteuren der Fall ist, dann vielleicht aus nostalgischen Gruenden oder weil die die 'grassroot'-Entwicklungen nicht mitbekommen (ich meine die, die auch jenseits der neuen Produkte der üblichen verdächtigen Hardwarehersteller stattfinden, die dann sowieso per Pressemeldung in alle Redaktionen gehen). Aber eigentlich ist meine Erfahrung generell: sobald Du wirklich tief in eine Materie eintauchst, wird es so speziell, dass es, wenn überhaupt, kaum noch Printmagazine gibt, die Dir was neues sagen können. Dann bleibt meist nur noch das Netz. Dein Klagen erinnert mich an disrupt, der das Leipziger Musik-Netlabel jahtari betreibt: er ist auch der Meinung, dass zu wenig Innovation in seinem speziellen Bereich der Musik stattfindet. Das koennte auch wirklich mit den immer selben Tools zusammenhaengen, mit denen die Mugge gemacht wird. Posted by Stefan Kluge, on 11/02/2007 at 15:15 Man kann als Musikmagazin ja auch keinen Studiobericht machen in dem dann rauskommt das die jeweiligen Produzenten/Bands viel üben, nen Plan haben, das schon sehr lange machen, sehr viel angefangene Tracks einstampfen, trotz acht Stunden am Tag im Studio locker ein Jahr für ne neue Platte brauchen etc. Abgesehen davon drängt auch immer mehr die musikalische Unterschicht aufs Parkett, ich hab neulich ein Demovideo von Sequel gesehen (Steinbergs Antwort auf MagicMusicMaker), da sitzt ein geschniegelter Idiot da, klickt drei Factory-Loops zusammen und schwafelt die ganze Zeit was von 'ich mach hier grade Musik'. Könnt ich durchdrehen. Malen nach Zahlen hat auch nix mit Kunst zu tun. Und da ist es für Profis halt ein ganz guter Ausweg sich mit arschteurem, teilweise sinn- oder charakterlosem Vintage-Gear abzugrenzen. Posted by Looza, on 11/03/2007 at 08:23 Den Begriff 'musikalische Unterschicht' finde ich ja sehr interessant. Das ist wahrscheinlich die Schattenseite der Demokratisierung der Produktionsmittel. Aber Du hast schon recht, das hat in den wenigsten Fällen was mit Musik zu tun. Trotzdem habe ich das Gefühl zu wenig Tools für Musik von heute angeboten zu bekommen. Apropos Sequel: Ich habe mir letztens die Demo dazu runtergeladen. Von der Ergonomie her ein super Programm! Alles funktioniert mit einem Klick und einem Fenster, Inserts werden standardmäßig geladen, dazu gleich die passenden Presets. Sehr übersichtliche Oberfläche. Das Verständnis des Programms hat mich 10 Minuten gekostet und ich hab wieder erwarten einen ganzen Sonntag damit zugebracht ein paar chillige Loops zusammenzukleben. Wäre das mein erstes Musikmach-Programm gewesen hätte ich bestimmt schon an diesem Sonntag ein neues Lebensziel gehabt, nämlich Musikproduzent zu werden. Vom Umgangsfaktor könnten sich so manche Hersteller noch was abschauen. Posted by Philipp Paul Klose, on 11/03/2007 at 11:32 Ich hab auch nix gegen die Programme an sich. Musikmaker ist ja inzwischen auch schon mit nem Pianoroll und nem Drumpattern sowie VST-Schnitstelle etc. gesegnet, das heißt die Leute die dann auf mehr Lust haben als nur ein paar eh schon passende Loops zusammen abzuspielen können dort auch weitermachen (In der Hinsicht ist Sequel ziemlich mau), aber speziell dieses Loops-aus-ner-4GB-Library zusammenklicken (wie auch bei Garage-Band übrigens) hat halt noch nix mit 'Musik machen' zu tun. Es stimmt aber auch das die großen Programme inzwischen eine perverse Lernschwelle haben, ich möchte nicht gezwungen sein mit einem der großen Sequencer neu anzufangen, da ist ein halbes Jahr nur Handbuch ackern angesagt denke ich. Wenn du neue Sounds/Ideen suchst kann ich dir sehr die letzten beiden Platten von Amon Tobin ans Herz legen. Der Splinter Cell Soundtrack (von dem Spiel) ist ein krasses Effektgewitter, normalerweise hat man ja nach ein paar Jahren ne Vorstellung davon wie die Leute so ihre Sounds hinbekommen oder kann einfach Effekte benennen, bei dem hatte ich aller zehn Sekunden die Frage 'Und wie macht der *das* jetzt bitte ?' im Hirn.Bei einem Track läuft z.b. ein völlig kaputter Kontrabass-Loop durch den er imer mehr durch den Wolf dreht und ich hab keine Vorstellung davon wie. (Gibts auch ne 5.1 Version von, hab ich selber leider noch nicht gehört). Die neue Platte, 'Foley Room' ist noch etwas krasser, da hat er quasi für das Frequenzspektrum komponiert, also einfach aufgenommene Geräusche so aufgeschichtet das die Musik rein technisch irgendwie nah am weißen Rauschen ist, einzelne Instrumente sind teilweise gar nicht mehr auszumachen, tausend kleine Grooves schwirren in der Gegend rum ... Hört sich zwar total kaputt und noisig an, ist dann aber doch überraschend gut. Posted by Looza, on 11/03/2007 at 14:00 Das Zeug von Amon Tobin ist wirklich nicht schlecht. Danke für den Tipp! Posted by Philipp Paul Klose, on 11/04/2007 at 09:20 Liebe Leute, und eine Frage: Posted by Werner, on 01/12/2008 at 10:59 @Werner: What - blasse Farben? Das ist state of the art design, ich glaube Du brauchst 'nen neuen Monitor! ;o) Danke für die Route 66-Bestellung! Die Rechnung ist unterwegs. Posted by Stefan Kluge, on 01/17/2008 at 09:04 You are not authorized to leave comments. Please login first. |
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