
@Tom: Ich habe endlich eine elementare Idee zum Sounddesign - ich hoffe sie kommt nicht zu spaet!
Ich habe in den letzten Wochen einige Shooter der neueren Generation gecheckt und muss sagen: es hat sich in den letzten Jahren mal wieder viel getan, in der Spiele-Kunst. Kein Wunder: es engagieren sich immer mehr Top-Leute, Peter Jackson z.B. - das Game zum King Kong-Film hat mich schwer beeindruckt. Von den Sounddesignern und den "Effekt-Designern" koennen wir lernen...
In King Kong und Just Cause (Bild) ist mir etwas aufgefallen, was mich auf eine Idee fuer die Droge brachte: die Orte und Situationen, in denen sich der Spieler bewegt, haben gewisse dramatische Staffelungen. Simpelster Fall: kommst Du in die Naehe eines Feindes, dann werden zur Grundmelodie zusaetzlich die Drums eingeblendet. Faengt der Spieler dann wild an zu rennen, kommt noch eine E-Gitarre hinzu.
Und genau dieses (semantische) Soundkonzept koennte auch in der Dramatik der Droge Wunder wirken! Ich versuch es mal als Sound-Laie zu erklaeren, hoffentlich treffe ich einigermassen die Terminologie:
Je nach Bewusstseinszustand, in dem sich Stefan befindet, koenntest Du unterschiedliche Instrumente verwenden, die die Komposition insgesamt aufeinander aufbauen und damit ueber den gesamten Film hinweg einen einzigen Song entstehen lassen, der im Finale auf alle Instrumente zugreift. Je nachdem wie weit sich Stefan von diesem finalen Bewusstseinszustand befindet, desto weniger Instrumente verwendest Du und wenn wir auch im Laufe des Films mehrere Male dem finalen Bewusstseinszustand ziemlich nahe kommen, dann verwendest Du zwar entsprechend viele Instrumente, laesst aber noch Spielraum zur Steigerung innerhalb der Komposition.
Das muss jetzt nicht heissen, dass Du aus dem gesamten Film einen Song machst, aber wenn Du das als Prinzip beibehaelst, koennte es eine grosse dramatische Wirkung haben, weil der Zuschauer dann intuitiv hoert, wo wir uns, dramatisch gesehen, befinden.
Wir haben vier Bewusstseinszustaende verfilmt:
- Wachzustand: Computerlabor/Ende
- Erinnerungszustand: Suedamerika
- Traumzustand: Nacht (Tankstelle, Landstrasse)
- Rauschzustand: Krankenhaus (Einzelzimmer, Fahrstuhl und MRT-Raum)
Zu jedem dieser Zustaende passen sicher unterschiedliche Instrumente, es kann auch interessant sein, Elemente aufzugreifen, die ohnehin in diesen Welten vorhanden sind: Maschinen, Menschengeschrei, Grillen, Echo.
Nun denk Dir den Song Deines Lebens aus, der aus vier elementaren Instrumenten/Instrumentgruppen besteht, der ein 70 minuetiges Vorspiel bekommt, bei dem die Leute vor Verlangen vergehen, zu hoeren, wie die Kompositionen der einzelnen Instrumente immer nochmal gesteigert werden.
Wenn Du nur halb so gut bist, wie ich glaube, dann ist Ravels Bolero gegen Bechholds "Die letzte Droge"-Soundtrack ein Sturm im Wasserglas!