Wir werden Die Letzte Droge im Dezember 2008 unter Creative Commons BY-SA veröffentlichen. In diesem Paper erkläre
ich, warum.
Wir haben ausserdem mit der Suche nach Sponsoren begonnen. Im Exposé für Sponsoren beschreibe ich alle Details und Sponsoringformate.
Gerald Menzel ist der Mann hinter den Computergrafik-Shots, d.h. allen Einstellungen, die komplett oder zum Grossteil aus dem Rechner kommen.
Er hat die Drehorte am Rechner entworfen, mit aufgebaut, wieder digitalisiert und kreiert nun schliesslich alle Einstellungen, die wir nicht drehen konnten. Gut 50 sind das - vom Autorennen bis zum surrealen Sonnenaufgang. Wir werden den Status der Renderings hier regelmässig updaten.
Matze hat etwas angesprochen, dass dem gesamten Kernteam irgendwie noch unangenehm konfus ist: die konkrete Handhabung der "alternativen" Sounddesigns.
Matzes Anliegen: wir brauchen eine klare Trennung von Versionen des Films. Sowohl auf Bildseite, als auch auf Tonseite. Aus rechtlichen Gründen (Was, wenn ein Sounddesigner, der dazustösst, geklaute Samples nutzt?) als auch aus persönlichen Gründen (Was, wenn ein Beteiliger des Kernteams nicht mit einer speziellen Vertonung in Zusammenhang gebracht werden will?)
Ich hab mit den Greenscreen-Aufnahmen noch mal am Opener für den Turing Test geschraubt - als Ausgangspunkt für eine gemeinsam abgestimmte Version.
Was mir gut gefallen würde wäre, wenn ich ein Musikstück hätte auf das ich animieren kann ... also soetwas wie einen Jingle, der 20sek oder 30sek lang ist. Möglichst mit einem Tusch endet und dann langsam wegklimpert. @Tom und Looza (und Peter und Hagen, wenn ihr gerade Einspielmoeglichkeiten habt): koennt ihr mir da einen Vorschlag machen?
@Stefan und Gerald: Meinungen, Skizzen wie es aussehen sollte, Länge?
@Gerald: Hast Du bereits Hintergründe für die Bühne, oder ein, zwei Renderings für mich?
Zum 31.12. habe ich zum ersten Mal eine Schnittfassung der Droge beendet, mit der ich selbst zufrieden bin! Hier ein paar Daten: Mit Abspann wird der Film knapp 80 Minuten lang sein - zusammengehalten von 1.500 Schnitten. Der am schnellsten hackende Film, den ich kenne, ist Spun: über 5.000 cuts. Komplett schnittfreie Filme gibt es übrigens auch: Als erster dürfte Hitchcocks Rope gelten. Die normale Schnittgeschwindigkeit soll so bei 700 Schnitten liegen.
Mein Rechner war ein Core 2 Duo 2.4 GHz, 2GB RAM und 2.5TB auf diverse SATA, IDE, Firewire 400 und USB2-Platten verteilt, mit zwei 1680x1050 TFTs. Nichts Unverschämtes also.
Geschnitten habe ich mit Adobe Premiere CS2. Route 66 wurde mit Avid Express DV geschnitten, aber Avid hatte noch keine 720p25-Unterstützung, als ich die Droge anfing, deswegen der Umstieg. Insgesamt bin ich zufrieden mit Premiere. Ich würde es wieder nehmen. Final Cut kam nicht in Frage: ich war nie ein Macintosh-Mann. Und Cinelerra, auf Mandriva-Linux getestet, hat mich leider zum einen mit dem gewöhnungsbedürftigen Interface verschreckt (im Gegensatz zu Codern sind Grafiker und Cutter da durchaus empfindlich) und zum Zweiten mit Gerüchten um die nicht so atemberaubende Performance (kann da mal jemand den Gegenbeweis antreten?). Vielleicht ergibt sich ja beim nächsten VEB Filmprojekt eine Zusammenarbeit mit den Cinelerra-Entwicklern.
Mein Premiere-Workspace sah folgendermassen aus:
VEB FILM Leipzig, "Die Letzte Droge: Schnittsystem-Arbeitsplatz", 3360x1050 Pixel
Besser als bei Avid hat mir das Handling gefallen (Geschmackssache - einfach ausprobieren), der Import (Avid konvertiert jeden Clip erst mal ins hauseigene Format. Das kostet Zeit und Plattenplatz. Premiere handhabt mehr Codecs als Avid.) und der Funktionsumfang.
Schlechter als bei Avid war die Performance (maximal ein HD-Stream in Echtzeit - mit CineForm-Codec) und die Stabilität (vor allem zum Ende der Schnittzeit hatte ich mehrere Crashs pro Schnittsession, meist dann, wenn vom Programm verschiedene Codecs gleichzeitig gehandhabt werden mussten.) Aus Performance- und Stabilitätsgründen musste ich daher den kompletten Film auf vier Premiere-Projekte verteilen. Es waren maximal 6 Videospuren und 9 Audiospuren im Einsatz - in der Regel ein bis zwei Video- und drei bis vier Audiospuren. Ich habe Voice-, Effektsound- und Musik-Audiospuren getrennt und alle Samples so abgelegt, dass ich unseren Sound Designern Tom und Philipp die Tonspuren so übergeben kann, dass jeder Sample einzeln editierbar bleibt. So sieht übrigens die Timeline aus:
VEB FILM Leipzig, "Die Letzte Droge: Timeline des Schnitts", 4258x400 Pixel
Anhand des Feedbacks der Crew wird der Feinschliff vorgenommen und das Schnittprojekt dann für das Compositing vorbereitet.
Unser Sounddesigner Looza hat am Wochenende seine Bude für einen Nachdreh geopfert. Matze hat Kamera und Regie geführt, ich habe versucht, mir den Katheter in den Arm zu popeln und Samstag Abend waren dann alle Nachdreh-Shots im Kasten.
Am selben Morgen, auf der A14, fiel mir noch bei 180 der Endschalldämpfer runter, was ich bestimmt ein paar Kilometer lang nicht mitbekam, weil gerade ein altes Chemical Brothers Album lief, das sowieso klingt, als zieht man mit 180 einen Zentner Metallschrott hinter sich her. Den Auspuff wollte ich erst mit einem Scart-Kabel festbinden - so hätte das Ding endlich mal Verwendung gefunden.
Die kommenden zweieinhalb Wochen muss ich auf einem Kongress als Video-Operator jobben, danach wird das Nachdreh-Material endlich in die Droge eingebaut und der Schnitt zu Ende gebracht. Hallelujah.
Wir sollten Tom, unseren dauernörgelnden Wessi, mal danken: dafür, dass er sich den Schuh anzieht und immer wieder, wenn eigentlich schon alle zufrieden sind, doch nochmal was am Film zu meckern hat. Womit er sich zwar kurzfristig nicht besonders beliebt macht. Was uns aber sichtbar weiter bringt. Sein neuester Vorschlag gilt der Einnahme der Droge im Film. Die findet momentan oral statt, indem der Protagonist im Laufe des Films mehrmals nach einem Becherchen greift, in dem die Flüssigkeit drin ist. Das war uns im Grunde schon immer zu schwach - Tom hat nun endlich drauf bestanden, dass das geändert wird. Denn es bedeutet, dass Stefan die Einnahme im Prinzip jederzeit kontrollieren kann, da das "er kann nicht anders"-Gefühl leider nicht rüberkommt. Auch optisch wirkt es nicht sonderlich dramatisch - die Plastikbecher sehen fast schon nach Hustensaft aus.
Neulich, Samstag 15 Uhr, Schauburg Dresden: erstes "Die Letzte Droge Sounddesign Competition Meeting". Alle viertel Stunde kommt jemand vorbei, den wir nicht kennen, und fragt, ob wir das "Memory-Spiel" gesehen haben. Gehört das schon zum Spiel? Ich habe den Rohschnitt mitgebracht und die Sounddesigner stellen sich vor:
Thomas P. Bechholds aka valleyforge. VEB-Mitgründer und Tonmeister beim Dreh. Tom kreiert alle Effekt- und Sprachspuren und komponiert das valleyforge-Sounddesign.
Philipp P. Klose. Audioengineer. Philipp wird für Looza, Hagen und Peter die Mischung und das Sounddesign übernehmen.
Looza: Nerd, Filmfreak und Musiker mit Roots in der Demo- und Tracker-Szene. Loozas Komposition wird Fans von intelligenter Musik zwischen Downbeat, Electro, Jazz und Ambient gefallen.
Hagen Gebauer. Psychedelischer Rock, improvisierte Musik und Pop. Gitarrenlastig!
Peter Motzkus. Student der Musikwissenschaften und der erste, der die Musik für "Die Letzte Droge" auf Notenblättern schreibt.
Unsere Sounddesign Competition hat folgenden Hintergrund: Stell Dir vor, Du legst eine DVD ein und bevor der Film startet, erscheint ein Menü, in dem Du vier Sounddesigner jeweils beim Arbeiten siehst. Wählst Du eines der vier Videos an, dann hörst Du, was der Musiker dort macht und wählst Du ihn schließlich aus, dann siehst Du den kompletten Film in der Sounddesign-Variante dieses Künstlers: im psychedelisch-elektronischen Stil, mit klassischer Filmmusik, im Gitarrensound oder mit fettem Hiptronic.
v.l.n.r. Philipp Klose, Stefan Kluge, Looza, Hagen Gebauer, Peter Motzkus, A. Hitchcock.
(cc by) VEB FILM Leipzig