German  English  
VEB FILM Leipzig arrow VEB FILM Leipzig arrow Mitglieder

avatar

Als Replik auf diesen »Death Proof«-Verriss , unter dem Vorbehalt, meine Meinung zu ändern, sobald ich den Film nüchtern gesehen habe.

Zu allererst muss ich sagen: Der Mann hat Eier. Tarantino hat seinen eigenen Stil längst etabliert. In »Death Proof« verzichtet er nahezu komplett auf ein klassisches Filmdesign: Wir sehen Plastikautos, Real-Life-Locations, Passanten im Bild etc. Da wird teilweise mit einer Totale draufgehalten, wo man mit näheren Einstellungen ästhetisch auf der sicheren Seite gewesen wäre. Kein Silikon an den Mädels, und die Darsteller dürfen uncool spielen. Mutig auch die Dialoge: Die sind ellenlang und sehr konkret, womit er natürlich schwer Gefahr läuft, sich im Ton zu vergreifen. Trotzdem sehr authentisch. Und das muss man allen relevanten Figuren zusprechen, bei ›Butterfly‹ vielleicht mit Abstrichen, ihre Texte waren mir teilweise etwas overstyled.

All das erinnert ein bisschen an Gonzostyle-Netzvideos: keine klassische Dramatik, realer Look, Authentizität und viele Selbstreferenzen. Hier ist das sicher eher Tarantinos Vorliebe für B-Movies geschuldet als Internet- oder Videogame-Einflüssen, wie wir es vermutlich bei kommenden Filmemachern beobachten werden können.

Beim Gemetzel hat er sich ja diesmal vergleichsweise zurückgehalten. Die Story hat mir auch nichts gebracht, was aber okay war, denn das hatte der Film auch zu keiner Zeit versprochen. Subtext gibt es mehr als genug, vor allem auf formaler Ebene: der ganze Fußfetisch und das ›ich muss sie von einem V8 ficken lassen, sonst bekomme ich keinen hoch‹-Programm; das Selbst-Mitspielen ohne eigentlich überhaupt zu spielen, >wir wollen hier nur saufen, saufen und saufen, also zur Hölle mit der Story!<. Und wieder mal ein von Tarantino aus den Jagdgründen der Filmgeschichte ausgegrabener Hauptdarsteller, der mitten im Film plötzlich direkt in die Kamera spricht.

Was die Musik angeht: Da würde ich Tarantino tatsächlich ein gückliches Händchen zugestehen, denn Mainstream-Klassiker in den Soundtrack zu packen ist nicht ganz einfach. Wie das fehlschlagen kann, vor allem über kulturelle Grenzen hinweg, sieht man z. B. bei »Lost Highway«.

So sehe ich das: Während Tarantino zuletzt in »Kill Bill« nur seine handwerklichen Fähigkeiten trainiert hat, ist »Death Proof« ganz klar ein fetter Beitrag zur Evolution des Kinofilms – auf »Pulp Fiction«-Niveau. Innovation also.






Login
         
Passwort vergessen?
 | Registrieren
Crew-Blog Einträge
Forum Posts
1: Filmmaking in Festiv... (1)
2: Boon For Film Makers (1)
3: Die Letzte Droge auc... (12)

5.1 Sound in Deutsch und English, Kommentarspur, Booklet, 104 Minuten
Dein Preis:

unsere Kosten: 7,10 € inkl. Versand
Unser Konto
Ausgaben: 30.065,79 €
Einnahmen: 23.126,98 €


weitere Infos
VEB Download Counter
Jul 2007

Route 66:
1 Mio. Downloads + P2P
600.000 DVDs in DVD-Magazinen

Die Letzte Droge:
Premiere: 2008
Sponsored By

LEITS
marian
Hallo Pizza
airstream4u
arroway textures
astaro


Supported By

ashampoo.de
blickreich.de
Caravan-Center Kuhfuß
Computer Tempel
eisenhertz
FH Furtwangen
Internet Archive
Thomas Jannot
klangpool
MAGIX
mediaprofis.net
Nedeos.TV
NuoViso Filmproduktion
RMS
SCF Leipzig
smow
spreadshirt
Der Umblätterer
Valkaama
Werk 924