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VEB FILM Leipzig arrow The Last Drug (2008)

avatar Wie Stefan, war auch ich die Woche fleißig unterwegs auf Tagung. Besucht habe ich die 3. SAE Alumni Convention in der neuen SAE Berlin. Wie ich finde, eine schöne Idee alle Ehemaligen und Studenten der SAE zusammenzubringen, dabei Kontakte zu knüpfen, Gedankenaustausch zu betreiben oder einfach nur zu feiern. Ich war wirklich überrascht wie viele gute Leute sich haben blicken lassen und sehr locker aus dem Nähkästchen über ihre Arbeit und ihre Künstler geplaudert haben. Patrick Majer (Wir sind Helden, Rosenstolz und No Angels) und Hans-Martin Buff (Prince, Mousse T.) haben mir ein paar nette Tricks für den guten Sound gegeben. Schöne Sache. Natürlich wird das Know-How in die Droge investiert.

Ansonsten werde ich mich bei der VEB in Zukunft um die Qualität des Audiomaterials kümmern. Die Mischung und das Sounddesign der drei sächsichen Musikhersteller werde ich vornehmen. Falls jemand irgendwelche Fragen zum Thema Audio hat dann bitte nicht zögern und mich kontaktieren. E-Mails (Philipp.Klose@gmx.de) werden ich asap beantworten. In Zukunft werde ich hier auch ein wenig auf die Technik und den Workflow eingehen.

Viele Grüße
Philipp


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Auf SPON ist gerade ein Route 66-Feature von mir erschienen, das auch einen Tag lang auf der Startseite verlinkt war.

Das hat spontan 3000 Leute am Tag mehr auf unser Seite gebracht. SPON hat also einen guten Drag - vielleicht nicht gerade wie Heise, aber immer noch oberste Liga, wuerde ich sagen. Bin gespannt, wie lange es anhaelt, denn bei kleineren Portalen oder Blogs bringen gute Artikel oft ueber einen laengeren Zeitraum Leute auf die Seite, bei SPON taucht der Artikel jetzt natuerlich im Archiv unter.

Noch etwas Interessantes habe ich beobachtet: irgendwie habe ich ein Talent dafuer, Leute in den Mainstream-Portalen ungewollt zu provozieren. Das freut natuerlich die Redakteure, weil es Leben in den Laden bringt, aber man braucht auch ein dickes Fell, um das wegzustecken - schiesslich bist Du als Autor nicht anonym. Meist ist der erste Post entscheidend fuer den Tenor, bis dann jemand kommt und Partei fuer die andere Seite ergreift und dann entsteht im Optimalfall ein Flame War, der den Drag direkt verdoppelt, tss - strange world.


avatar Tja, mit Neuem kommen neue Probleme...;) Als Stefan vor gut zwei Monaten - schwer beladen mit (VEB: volkseigenen;) Harddisks - am Bahnhof Zürich auf mich wartete, wusste ich von all dem noch nichts.

Doch schon bald, kurz nach dem Mounten der Harddisks, als ich das Material anschauen wollte, stolperte ich über den nicht allzu amüsanten Effekt, die Ware weder mit QuickTime-Player, VLC noch mit Final Cut selbst abspielen zu können: der Codec fehlte.

Die volkseigene Kamera produziert ihr digitales Material in einem Codec namens CineForm HD. Beta - zumindestens für Mac. Nachdem ich auf der CineForm-Website (für Neugierige: Link steht unten) vergebens nach einem kostenlosen Mac-CineForm-Codec gesucht hatte, fand ich denselben plötzlich unter meinen Downloads. Gott (oder sonst wer) weiss woher.

Nun, kurzerhand installiert war CineForm plötzlich den Herren QuickTime-Player sowie auch - o grosses Wunder - Final Cut, genehm.

Der Schneidespass ging los. Leider musste ich das Material immer rendern, nachdem ich es in die FinalCut-Timeline eingefügt hatte - etwas schade für ein "echtzeit"-Schneitsystem.

Aber das ganze hat sich eine Woche später sowieso von selbst in höchsteiegener Autonomie erledigt: Sobald ich den Playhead auf einen CineForm-Clip in der Timeline gesetzt habe, verabschiedete sich Final Cut auf verräterisch-französische Art sang- und klanglos.

Einige Tage und ein halbes Duzend Forum-Posts später habe ich mich dazu durchgerungen, das ganze Material von CineForm nach ProRes 422, ein neuer, von Apple entwickelter Codec, umzurechnen.

Nun war es Zeit für einen Kaffee: Gut 3 Tage würde es dauern, das ganze Material umzurechnen. Und um den Spassfaktor noch entschieden zu erhöhen, ist ProRes 422 mit 220Mbit pro Sekunde noch fast drei mal so gross wie CineForm. Toll. Mein volkseigener RAID reicht nicht mehr.

Szehne 2, 3 und 4 sind umcodiert - die nächsten warten noch auf weitere Harddisks;)

Und zum krönenden Abschluss noch was Positives: Mit ProRes 422 hat das Material (von Auge gesehen zumindestens) nicht den geringsten Qualitätsverlust erlitten und lässt sich problemlos in Echtzeit schneiden - ein wahres Vergnügen!

Volkseigene Grüsse
eurer Video-Konverter

Links zum Thema:

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Hello World

 

Nun, wie ihr sicher auf der Frontseite gelesen habt hatte ich die Ehre, "Die letzte Droge" das erste mal auf einen Mac zu bringen und bin im Moment am Schneiden der zweiten Szene (wobei man sagen muss, dass die zweite die erste ist, da Nr. 1 nicht existiert;).

 

Ich werde in diesem Blog hier künftig immer wieder mal etwas über meine Fortschritte und Probleme bei der Postproduktion berichten und helfe selbstverständlich auch gerne jedem Macianer, der sich gerne mit DLD befassen will!

 

See u, Remo


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Als Replik auf diesen »Death Proof«-Verriss , unter dem Vorbehalt, meine Meinung zu ändern, sobald ich den Film nüchtern gesehen habe.

Zu allererst muss ich sagen: Der Mann hat Eier. Tarantino hat seinen eigenen Stil längst etabliert. In »Death Proof« verzichtet er nahezu komplett auf ein klassisches Filmdesign: Wir sehen Plastikautos, Real-Life-Locations, Passanten im Bild etc. Da wird teilweise mit einer Totale draufgehalten, wo man mit näheren Einstellungen ästhetisch auf der sicheren Seite gewesen wäre. Kein Silikon an den Mädels, und die Darsteller dürfen uncool spielen. Mutig auch die Dialoge: Die sind ellenlang und sehr konkret, womit er natürlich schwer Gefahr läuft, sich im Ton zu vergreifen. Trotzdem sehr authentisch. Und das muss man allen relevanten Figuren zusprechen, bei ›Butterfly‹ vielleicht mit Abstrichen, ihre Texte waren mir teilweise etwas overstyled.

All das erinnert ein bisschen an Gonzostyle-Netzvideos: keine klassische Dramatik, realer Look, Authentizität und viele Selbstreferenzen. Hier ist das sicher eher Tarantinos Vorliebe für B-Movies geschuldet als Internet- oder Videogame-Einflüssen, wie wir es vermutlich bei kommenden Filmemachern beobachten werden können.

Beim Gemetzel hat er sich ja diesmal vergleichsweise zurückgehalten. Die Story hat mir auch nichts gebracht, was aber okay war, denn das hatte der Film auch zu keiner Zeit versprochen. Subtext gibt es mehr als genug, vor allem auf formaler Ebene: der ganze Fußfetisch und das ›ich muss sie von einem V8 ficken lassen, sonst bekomme ich keinen hoch‹-Programm; das Selbst-Mitspielen ohne eigentlich überhaupt zu spielen, >wir wollen hier nur saufen, saufen und saufen, also zur Hölle mit der Story!<. Und wieder mal ein von Tarantino aus den Jagdgründen der Filmgeschichte ausgegrabener Hauptdarsteller, der mitten im Film plötzlich direkt in die Kamera spricht.

Was die Musik angeht: Da würde ich Tarantino tatsächlich ein gückliches Händchen zugestehen, denn Mainstream-Klassiker in den Soundtrack zu packen ist nicht ganz einfach. Wie das fehlschlagen kann, vor allem über kulturelle Grenzen hinweg, sieht man z. B. bei »Lost Highway«.

So sehe ich das: Während Tarantino zuletzt in »Kill Bill« nur seine handwerklichen Fähigkeiten trainiert hat, ist »Death Proof« ganz klar ein fetter Beitrag zur Evolution des Kinofilms – auf »Pulp Fiction«-Niveau. Innovation also.


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...das hört man ja immer mal wieder von Internetphilosophen und anderen, vor allem wenn es um den Versuch geht, zu erklären, wieso im Netz das eine oder andere verschenkt wird, was es früher nicht umsonst gab (Telepolis-Text zur Aufmerksamkeitsökonomie).

Eine bizarre Auswirkung dessen habe ich an mir selbst gerade wieder im Bereich der Rechtschreibung festgestellt. That's right. Ich hacke im Zweifelsfall das Wort schnell bei Google rein und die Version, die die meisten Treffer bringt, wird schon richtig sein.


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Meine Katze ist beim Kacken spastisch geworden und hat sich selbst beschissen. Auch ich fühle mich jeden Tag der uns noch verbleibenden Tage ein Stück beschissener.

Übrigens hat auch mal wieder ein 9/10 Punkte-Film seinen Weg in meinen Rechner gefunden: Brain Dead (1990, Adam Simon). Die meisten Filme, die mit parallelen Realitäten spielen, verrecken leider am Ende. Denn es ist verdammt schwer, dann nochmal alles zusammenzubringen und ein befriedigendes Gefühl zu hinterlassen. Brain Dead hat das geschafft. In der Mitte ist er etwas lahm, aber das Ende haut rein!


avatar ...dieses Feature hat mich echt Nerven gekostet - ich musste den Community Builder und das Mamblog schwer hacken, um das hier so zu integrieren, wie ich mir das vorgestellt habe. Nun passt es erst mal, auch wenn noch keine Bilder gehen, was etwas nervt. Hier kann nun also jeder angemeldete Open Source Filmmaker sein eigenes kleines Blog betreiben. Ich werde mich bemühen, in meinem Blog regelmäßig Dinge zu posten, die ich für die Startseite als zu unwichtig erachte, die aber vielleicht in ihrer Summe irgendwann einmal eine nette Historie ergeben werden.

Also: was habe ich heute gemacht? - Dieses Blog-Feature integriert. Und es wird wohl auch noch bis Mitternacht dauern, bis alle Feinheiten stimmen. Der Kaffee kocht schon. - Route 66 bei veoh.tv hochgeladen, nachdem ich bei gugelproductions.de gelesen habe, dass veoh.tv keine dieser üblichen, dämlichen 100MB-Filesize-Beschränkungen hat. - Ach ja: Shooter (2007) habe ich heute gesehen und ihm in der IMDB 8/10 verpasst; zwei Notizen sind auch dabei rausgesprungen, die mit dem nächsten angedachten VEB-Film zu tun haben, zu dem ich langsam immer mehr grobe Ideen sammle - bzw. mich dessen nicht länger erwehren kann, dass sich mir diese Ideen nun immer häufiger aufdrängen. ...und während dessen hat es draußen geschneit - im Juli. Da fällt mir ein: ich muss noch diesen Al Gore-Klima-Film runterladen.

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Hardware
Zu den Musik- und Tonaufnahmen des Films „Route66 – ein amerikanischer Albtraum“ sind sowohl analoge, als auch digitale Synthesizer zum Einsatz gekommen. Die Tonspuren wurden jedoch, bis auf „Me and Marks over 7 Meadows“ (Filmszene: „chillen in der Wüste auf Ricks Farm“) –hier wurde eine 16-Spur Tascam Bandmaschine benutzt- am PC digital aufgezeichnet. D.h. sämtlich Instrumente gingen über ein Mischpult in die D/A Wandler (der Firma Marian, Leipzig) in den Rechner und wurden dann mit Programmen wie CREAMWARE TRIPLEDAT und MAGIXs Samplitude bearbeitet/gemixt.

Ich habe mich für die Soundkarten von MARIAN entschieden, weil diese eine ausgezeichnete Soundqualität und Dynamik bringen, ohne dabei jedwede Störgeräusche (Hintergrundrauschen o. ä.) zu erzeugen. Ich wandel meist mit 96khz, 24 bit. Da bleiben keine Fragen mehr offen. Billigkarten aus der Ramschkiste vom PC-Discounter bieten diese Feature nicht.
Das Zeugs von Marian ist aber immer noch sehr preiswert und bietet guten Support. Dass die Firma auch ihren Sitz in Leipzig hat, ist uns erst später aufgefallen, macht sie aber umso sympathischer ;o).

Ob es nun unbedingt HIGH End Wandler für 2000,- €/Stk von US-Edelschmieden sein muss? Dazu eine syngate-label-„sherlock-homes“ Anekdote:
Eine High END Audio US–Firma, die neben Wandlern der Ferrari–Preisklasse ebenso mit „ausgesuchten, handverlesenen CD-Rohlingen oberster Qualitätsgüte“ dealt und diese dann für richtig hohe Preise am Markt anbietet, ist durch Lothars überragenden Intellekt in Sachen CD Rohlinge auch nur als Warmduscher entlarvt worden. Ein PC-Programm ermöglicht den Hersteller und die genaue Fabrikatsbezeichnung eines Rohlings auszulesen. Ergebniss: US HIGH END Firma „Superteuer - aber mit uns werden Sie zum Star“ spezial handverlesen CD Rohling bedampft mit orignal Mondgestein und Marienblut = ALDI Rohling, VK 0,49 cent/Stk! Jo!

Software
Die Ansteuerung der MIDI-fähigen Instrumente erfolgte mit EMAGICs Logic 5.5.1.
MIDI ist eine seit 1983 implementierte digitale Schnittstelle zur Übertragung von Steuerdaten.
So ist es möglich, dass ein Programm die Synthesizer oder Drumcomputer ansteuert, während man dazu eine weitere Stimme einspielt. Dieses Programm ermöglicht auch, virtuelle Instrumente am PC selbst zu generieren. Einige davon sogar wirklich gut. Ein äquivalentes Programm zu Emagics LOGIC ist z. B. Steinbergs CUBASE.
Dieses Programm besitze ich auch, um es nach 5 Tagen Nutzung doch wieder in den Schrank gestellt zu haben. Im Vergleich zu LOGIC fehlten einfach einige wichtige Eigenschaften. Ich kenne unter meinen Musikerkollegen eigentlich nur einen, der dieses Programm benutzt. Das ist schon schlimm genug ;o). Ich habe immer wieder Stimmen gehört, die sagten: „CUBASE ist die Software für Heimmusikanten, Logic das für fette Produzenten!“ :o)
Es zeichnet sich aber ab, dass SAMPLITUDE wohl LOGIC bald verdrängen könnte. LOGIC wird nicht mehr für den PC weiterentwickelt (EMAGIC wurde von APPLE gekauft). Einen MAC zu kaufen, der die Performance hat die ich benötige, kommt erst nach so wichtigen Anschaffungen wie, Gardinen für unser VEB STUDIO in Leipzig, ein Handy dass NICHT bei jedem 3. Anruf abstürzt und einem JAGUAR E-Coupe von 1962, in Frage!

Unsere Studiotechnik
Die Synthesizer / Drummaschinen und Keyboards die momentan im Studio bei den VEB-Filmen zum Einsatz kommen und kamen:
MINIMOOG, ROLAND Jupiter 4, ROLAND Jupiter 6, ROLAND Juno 60, KORG Trident, ARP Solina String Ensemble, KORG Polysix, EMU Emax I, TECHNICS P30, KURZWEIL Micropiano, YAMAHA CS-30, YAMHA SK-30, YAMAHA SY-99, ROLAND SPD 11 Drumpad, YAMAHA RY-30 Drumcomputer, ROLAND TR 606 Drumcomputer, ROLAND TR 505 Drumcomputer, FENDER Stratocaster 57’er, FENDER JAZZ Bass sowie Hallgeräte und Echogeräte von Roland, Lexicon, Ibanez und Alesis. Ebenso einige Softwaregenerierte Synthesizer/Sampler von Native Instruments, Steinberg und EMAGIC.

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Der Anfang von Route 66 Der Film
Im Sommer 2002 habe ich in einem Cafe in Leipzig die „1. Betaversion“ des Buches von „Stefan Kluge – Route66 in einem 74er Cadillac“ auf Stefans Laptop vor die Nase gesetzt bekommen. „Klasse – da machen wir einen fetten Hollywoodschinken draus“, meine Antwort. Ein TV-taugliches Doku-Format von 42min sollte es dann werden.
Im Sommer 2003 trafen dann Mathias Eimann und Stefan Kluge bei mir in Aachen ein. Sie nisteten sich fest, beschlagten mein Studio, frassen mir den Kühlschrank leer und steckten sich das ein oder andere nützliche Teil in ihre Jacken ein…

Nach einigen Tagen war die 1. Szene im Kasten: NEW YORK CITY.
Vorgabe für die Musik war, ein etwas belangloser, beschwinglicher Sound, der verdeutlichen sollte: New York wird trotz seiner schwermütigen, tragischen Aura abgehandelt, wie eine kurze flüchtige Sightseeingtour. „Route66 …“ sollte kein sozialkritisches Werk mit Erklärungsversuchen, Mitleid und Tiefgang werden.
geplanter New York-Style: schnell rein, schnell raus, weiterfahren. Kein Drama. Einziges Atemanhalten = die Musik stoppt kurz, als die verzerrten Bilder vom 11.September eingeblendet werden

Nachdem der Style des Filmes festgelegt war und uns die Arbeitsweise „vom Bild - zum Sound - zum Film“ eigen wurde, arbeiteten wir räumlich getrennt weiter. Ich komponierte in Aachen, Stefan sichtet das Filmmaterial und schrieb das Szenebuch in Leipzig und Dresden.
Anfang 2004 kam Stefan wieder nach Aachen ins Studio. Der Film sollte in 14 Tagen fertig sein. Es kam aber anders: Das vorliegende Bildmaterial und unsere Ideen liessen es zu, dem klassischen DOKU-Style zugunsten eines psychedelischen Roaddramas den Rücken zuzuwenden. Aus der ursprünglich geplanten 42min Kurzdoku wurde dann die 103 min Spielfilmversion. Aus veranschlagten 14 Tagen Produktiondauer wurden 3 Monate, ohne Unterbrechung, 15 Stunden am Tag.

Sounddesign
Musikalisch bekam ich weitgehend freie Hand. Das ging dann in etwa so: Stefan: „Hierhin muss was elektronisch-kühles. Mach mal!“ Toll, das sind die Aussagen die ein Filmkomponist zu wahrlich großen Taten führt. Also setzte ich mich an die Synthesizer, ans Klavier oder (zum Schrecken Stefans) an die Orgel. Stefan: „Scheisse Mann, du klingst wie Helge Schneider auf EXTASY!“
Meist konnten wir uns schnell auf einen Sound, auf einen Rhythmus oder Verlauf der Musik einigen. Hin und wieder brauchte aber auch Stefan mehrere Nächte, bis ihm die Musik eigen wurde. Aus: „Du dumme Sau, dieser klerikale Quatsch haut mich nicht vom Hocker!“ wurde dann hin und wieder: „Mann ist das geil! Gott spricht durch dich!“ Oft vergaß er dabei seine niederschmetternde Kritik vom Vortag, betreffend jenes Musikstücks.

Zwischenmenschliches
Wenn man von morgens 9.00 bis nachts um 2.00 Uhr, Wochenlang nebeneinander sitzt, bekommt die zwischenmenschliche Umgehensweise miteinander groteske Züge. Es fällt kaum noch ein freundliches Wort. Es werden Filmgrößen zitiert, besonders dann, wenn sie verbal ausfallend waren. Grosspolitische Visionen haben wir bei PIZZA Salami und Afri Cola ausformuliert und es wurde immer wieder die eigene Männlichkeit lobend hervorgehoben. Ich denke, Außenstehende haben in dieser Zeit öfters mit dem Gedanken gespielt, den hiesigen Amtsarzt zu informieren.

5.1 Abmischung
Nach ca. 10 Wochen waren die Songs eingespielt und den Filmszenen angepasst. Der Film im Rohcut fertiggestellt.
Die 5.1 Abmischung erwies sich als sehr zeitraubend. Die Software, egal ob die für den Sound oder den Filmschnitt, war mit der anfallenden Datenmenge überfordert. Updates und Geduld waren die einzigen „Rettungsanker“. Das Bildmaterial setzt sich aus 20.000 Elementen zusammen (Effekte, Blendungen, Schnitte), die Musik und der Sound aus bis zu 30 Spuren. Bei einer Projektlänge von 104 min winkte dann gerne die Software ab. Ätzend!!
Die 5.1 Mischung die ich von den DVDs der Hollywood Filme kenne, finde ich sehr, sehr zahm. „Route66...“ sollte da mutiger zur Sache gehen. Also Konsumer 5.1 Anlagen beschafft (Studioboxen haben nun mal die wenigsten zuhause) und dann eine richtige „Männerabmischung“ fertiggestellt. Interessant sowie erschreckend ist die Tatsache, dass Extremabmischungen sich auch extrem anders auf den jeweiligen Fabrikaten bemerkbar machen.

Urheberrecht
Die drei eigentlich recht sympathischen Ossi-Jungens, die bei ihrem „Stolpern durch die USA“ keinerlei Gedanken an den Sound verschwendet haben, machten die Sache damit nicht gerade einfacher.
Oft dudelte im Hintergrund aus irgendeinem Radio Musik. Ich sage nur: Urheberrecht, Anwälte, Knast und exorbitante Geldstrafen! Also raus mit dem Mist und nachvertonen.
Wo bekommt man einen Cadillac-Sound, ein authentisches Türenknallen, eine Cessna, welche sich anhört, als ob sie zum Angriff auf Feldhamster ansetzt....usw. her? Also mit dem Mikro und dem DAT-Recorder raus in die bürgerliche Kaiserstadt und den RECORD-Button gedrückt halten. Das Cadi-Fahrgeräusch z. B. ist ein alter VW Bulli Diesel bei Tempo 70km/h … :O)

Die Musik, die man nun überall im Hintergrund dudeln hört (bei Mc Donalds, im Burger King ect.), ist alles gemafreies VALLEYFORGE Zeugs – ALLES!
Besonders dämlich erwies sich die Stelle, an der Stefan den ALEX aus Amarillo über die Cadillac-Ranch befragt und von diesem dabei irgendeinen Stuss von einem PHANTOM DOG verklickert bekommt. Hier lief im Autoradio ein Jammersong von MOBY.
Also riefen wir MOBYs Verlag in Berlin an. Eine wahrscheinlich 20 jährige Praktikantin mit Hauptschulabschluss Abendschule, Notendurchschnitt 4,3, hochnäsiger als das gesamte britische Königshaus, teilte uns mit einer süffisanten Stimme ihre Einschätzung der Lage mit. Toll, auf so ne "Perle" hatten wir ein Leben lang gewartet!
Mobys Plattenfirma war da schon sachlicher, faselte aber was von 3.500 Euro, 6wöchiger Bedenkzeit und einer extrem eingeschränkten Verbreitung des Filmmaterials. Und das für 50 Sekunden von Wind und Außengeräuschen verdecktes, kaum zu identifizierendes Gedudel des New Yorker Ausnahmemusikers…
Stefan und ich schauten uns an: „Hau weg den MOBY-Scheiß, Tonmann!“ „Jawoll, mein Produzent!“ schrie ich, wie ein deutscher Landser beim Appell.

Synchronisation
Wie synchronisiert man einen texanischen Kerl, der nicht mehr alle Tassen im Schrank hat? Ich, mit meinem Köln–Aachener Deppendialekt, der sich anhört wie ein stark angetrunkener, durchs Hartz4 Raster gefallener Müllkippenvorarbeiter? Stefan, mit der etwas verschlafenen, stark mitteldeutsch akzentuierten Stimme, inklusive Hang zum Sprachfehler? Och nee … das wäre Slapstick vom Niveau „WDR Fernsehen – Fakten, Hintergründe, Neuigkeiten“
Da half uns schließlich mein belgischer Musikerkollege GODFRID STOCKMAN. Ein belgischer Akzent ist glaubwürdig. Für uns jedenfalls.
Danke an Godfrid!

Nun da wir sehr viel O-Ton konstruieren mussten, gefiel uns die Idee verschiedene RADIO Sender zu kreieren. Ja sogar soweit, dass diese dem Streifen so etwas wie eine versteckte Message mit auf den Weg geben könnten.
Stefan „erfand“ unsere 3 heimlichen Hauptdarsteller – analog zu den drei realen Abenteurern:
Brother Abraham – (Radio Wave Emotion) der Prediger. Segnet die "Pilgerfahrt" der Jungs, von Washington zum San Diego Airport, bis sich herausstellt, dass er weltliche Interessen hegt. Er ist Anteilseigner des San Diego International Airports und setzt sich unter göttlichem Vorwand fuer seinen Geldbeutel ein.
Jack Manson (Radio V-Rock). Der Redneck unter den Radiosprechern. Militant, latent einwanderfeindlich und ein Musterbeispiel eines arroganten Vertreters der Plattenindustrie. Natürlich Mitglied der National Rifle Association.
Fernando Martinez (Radio Dio Texas) - der naive Einwanderer. Schlecht informiert und grundsympatisch.

Einige E-Gitarren Passagen übernahm der Musiker maxxess (Max Schiefele). Mein Gitarrenspiel verdient maximal die Note 5-. Deshalb hätten z. B. die Gitarrenpassagen an der Tanke, oder die Country-Einlagen während einiger Fahrtszenen das Erscheinen des Filmes um mindestens 8 Jahre verzögert.
Dank an Max!

Die Erzählerstimme übernahm Stefan. Nicht aus der Not heraus, sondern aus meiner Einschätzung gegenüber des Charakters und der Glaubwürdigkeit des Filmes.
Während meiner Arbeit in meinem Tonstudio seit 1993 habe ich Sprachaufnahmen mit professionellen Sprechern (bekannte Stimmen aus Funk und TV) durchgeführt. Klar die klingen amtlich, wie z. B. nach „BIG MAC, jetzt nur für 1,99“ oder „die neue S-Klasse nun auch endlich in SILBER bei Ihrem freundlichen MB–Händler!“ ... nee nix für unseren Film.

Soundtrack
Für den Film „Route 66…“ habe ich, bis auf einen Song („Leaving to Nothing“ von 1995 ), alle Songs neu komponiert, arrangiert und eingespielt.
Für den CD-Soundtrack sind die Songs umarrangiert, neu eingespielt und abgemischt.

Ich wünsch euch viel Spaß beim Sehen und Hören des Films "Route 66 - ein amerikanischer albTraum"





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Route 66:
1 Mio. downloads + P2P
600.000 DVDs in German magazines

The Last Drug:
will be released in 2008
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