Zum 31.12. habe ich zum ersten Mal eine Schnittfassung der Droge beendet, mit der ich selbst zufrieden bin! Hier ein paar Daten: Mit Abspann wird der Film knapp 80 Minuten lang sein - zusammengehalten von 1.500 Schnitten. Der am schnellsten hackende Film, den ich kenne, ist
Spun: über 5.000 cuts. Komplett schnittfreie Filme gibt es übrigens auch: Als erster dürfte Hitchcocks
Rope gelten. Die
normale Schnittgeschwindigkeit soll so bei 700 Schnitten liegen.
Mein Rechner war ein Core 2 Duo 2.4 GHz, 2GB RAM und 2.5TB auf diverse SATA, IDE, Firewire 400 und USB2-Platten verteilt, mit zwei 1680x1050 TFTs. Nichts Unverschämtes also.
Geschnitten habe ich mit Adobe Premiere CS2. Route 66 wurde mit Avid Express DV geschnitten, aber Avid hatte noch keine 720p25-Unterstützung, als ich die Droge anfing, deswegen der Umstieg. Insgesamt bin ich zufrieden mit Premiere. Ich würde es wieder nehmen. Final Cut kam nicht in Frage: ich war nie ein Macintosh-Mann. Und Cinelerra, auf Mandriva-Linux getestet, hat mich leider zum einen mit dem gewöhnungsbedürftigen Interface verschreckt (im Gegensatz zu Codern sind Grafiker und Cutter da durchaus empfindlich) und zum Zweiten mit Gerüchten um die nicht so atemberaubende Performance (kann da mal jemand den Gegenbeweis antreten?). Vielleicht ergibt sich ja beim nächsten VEB Filmprojekt eine Zusammenarbeit mit den Cinelerra-Entwicklern.
Mein Premiere-Workspace sah folgendermassen aus:

VEB FILM Leipzig, "Die Letzte Droge: Schnittsystem-Arbeitsplatz",
3360x1050 Pixel
Besser als bei Avid hat mir das Handling gefallen (Geschmackssache - einfach ausprobieren), der Import (Avid konvertiert jeden Clip erst mal ins hauseigene Format. Das kostet Zeit und Plattenplatz. Premiere handhabt mehr Codecs als Avid.) und der Funktionsumfang.
Schlechter als bei Avid war die Performance (maximal ein HD-Stream in Echtzeit - mit CineForm-Codec) und die Stabilität (vor allem zum Ende der Schnittzeit hatte ich mehrere Crashs pro Schnittsession, meist dann, wenn vom Programm verschiedene Codecs gleichzeitig gehandhabt werden mussten.) Aus Performance- und Stabilitätsgründen musste ich daher den kompletten Film auf vier Premiere-Projekte verteilen. Es waren maximal 6 Videospuren und 9 Audiospuren im Einsatz - in der Regel ein bis zwei Video- und drei bis vier Audiospuren. Ich habe Voice-, Effektsound- und Musik-Audiospuren getrennt und alle Samples so abgelegt, dass ich unseren Sound Designern
Tom und
Philipp die Tonspuren so übergeben kann, dass jeder Sample einzeln editierbar bleibt. So sieht übrigens die Timeline aus:

VEB FILM Leipzig, "Die Letzte Droge: Timeline des Schnitts",
4258x400 Pixel
Anhand des Feedbacks der Crew wird der Feinschliff vorgenommen und das Schnittprojekt dann für das Compositing vorbereitet.